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Alt 01.04.2020, 01:24   #71
flyproductions
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So, wie versprochen, hier also noch der Nachschlag zum Thema Leistung der GTX 1080 im Classic Mac Pro. Oder besser, dieser speziellen GTX 1080, die mit einem Boost-Takt von 1860 MHz statt der 1733 der Founders Edition läuft.

Zum Vergleich habe ich einmal die Werte meiner 1070, die ebenfalls eine recht deutliche Werksübertaktung. Außerdem habe ich zumindest für die 1920 x 1080er Einstellung als Vergleich „nach oben“ auf MU noch einen Screenshot mit dem Ergebnis einer Radeon VII gemopst. Ich hoffe, Indio verzeiht mir. Ich beschränke mich bei Unigine mal auf Ergebnisse des Heaven-Benchmarks, da die Verhältnisse mit Valley mehr oder weniger 1:1 entsprechend waren.

Hier also die Zahlen:

GTX 1070, 1920 x 1080 Pixel

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GTX 1080, 1920 x 1080 Pixel

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Radeon VII, 1920 x 1080 Pixel

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Hat mich schon etwas überrascht, dass die 1080 hier näher an der Radeon VII als an der 1070 ist. Dafür, dass das die zweitschnellste überhaupt im cMP lauffähige Grafikkarte ist und man dafür immernoch fast 600 Euro hinlegen muss, doch nicht schlecht! Natürlich ist die Radeon im Mac „zukunftssicherer“, da sie auch noch unter aktuellen Betriebssystemen läuft. Aber das ist ja für mich (zumindest derzeit noch) kein Thema. Ca. 10 bis 15% darüber käme dann noch die 1080ti. Die aber ist dann das Ende der Fahnenstange.

Dazu ist noch zu bemerken, dass mit den beiden Letztgenannten ohne zusätzliche Stromversorgung zumindest unter Last nichts geht!


Getestet habe ich mit Heaven auch noch die native Auflösung meiner Bildschirme. Hier habe ich allerdings nur Zahlen meiner beiden Kandidaten.

GTX 1070, 2560 x 1600 Pixel

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GTX 1080, 2560 x 1600 Pixel

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Hier fällt der „Performance-Boost“ gegenüber der 1070 sogar noch etwas deutlicher aus: Fast 18 statt 12 Prozent!


Und, der Vollständigkeit halber, auch noch der GPU-Test von Geekbench 5. Sowohl Open CL als auch Metal. Obwohl ich davon nicht wirklich viel halte. Der scheint so schlecht optimiert, dass er die GPU allenfalls peripher tangiert. Die Last an den Mainboard-Stromanschlüssen hat hier kaum einmal 30 Watt erreicht, während die Karte in dem Unigine-Benchmark in der Spitze bis zu 92 Watt aus einem Anschluss gezogen hat. Dennoch auch hierzu die Zahlen.

GTX 1070, Geekbench 5 OpenCL

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GTX 1080, Geekbench 5 OpenCL

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GTX 1070, Geekbench 5 Metal

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GTX 1080, Geekbench 5 Metal

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Muss man nicht viel zu kommentieren. Ist halt, wie es ist. Speziell der OpenCL-Wert der 1070 erscheint mir unrealistisch niedrig. Der liegt kaum nennenswert über dem, den ich mit der Radeon RX 570 gemessen habe..., die in sämtlichen anderen Tests kaum mehr als 50% der 1070 erreicht hat.

Ansonsten lässt sich resümierend feststellen, dass die Leistung kaum ein Grund sein könnte, statt einer 1070 eine 1080 zu nehmen. Zumal, wenn man sie nicht wirklich ausnutzt. Da stehen 12 bis 15% Mehrleistung einem momentan noch 50% oder mehr höheren Gebrauchtpreis gegenüber.

Und, was mich wirklich überrascht hat, seit ich angefangen habe, mir mit Hardware Monitor mal nicht nur die Lüfterdrehzahlen und Temperaturen, sondern auch die Leistungsaufnahme anzuschauen, ist, wie wenig der GPU-Leistung man im Alltag ausnutzt. Da zieht eine 1070 kaum 12 und eine 1080 die meiste Zeit gerade einmal 16 Watt! Also in beiden Fällen weniger als 10% der maximalen Leistungsaufnahme! In etwa Gleiches gilt (gottseidank) im Übrigen auch für die CPUs.

Wenn es also einen „rationalen“ Grund für die 1080 gäbe, dann wäre der jetzt allenfalls die problemlose Flashbarkeit. Aber was ist schon rational?



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Alt 01.04.2020, 10:03   #72
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Zitat:
Zitat von flyproductions Beitrag anzeigen
Wenn es also einen „rationalen“ Grund für die 1080 gäbe, dann wäre der jetzt allenfalls die problemlose Flashbarkeit. Aber was ist schon rational?
Eben, bei Deinem Projekt geht es doch eher um die Machbarkeit, einfach weil Du es kannst!


Kleines Mac & Click the image to open in full size. Amiga "Museum"
 Cube 1.8 GHz - 1,5 GB RAM - GeForce 6200 (256 MB) 
 20th Anniversary Mac - Sonnet Crescendo /L2 G3 400 MHz 
Click the image to open in full size. Mac Mini G4 1,5 GHz (PM 10,2) mit MOS 3.6 Click the image to open in full size.
Click the image to open in full size. SAM460 mit Radeon 4650 und Amiga OS 4.1 Click the image to open in full size.

Click the image to open in full size.......Click the image to open in full size.......Click the image to open in full size.

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Alt 01.04.2020, 12:49   #73
flyproductions
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Zitat:
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einfach weil Du es kannst!
Eher, weil ich es will!

„Können“ musste man dabei - außer Geld für Spielsachen ausgeben - nicht viel.



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Alt 14.09.2020, 17:43   #74
flyproductions
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Da ist sie also nun!

...die „weltweit“ vermutlich einzige (zumindest irgendwann mal) High-End-Grafikkarte, bei der in einem Mac die Leuchtreklame nicht auf dem Kopf steht!

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Was ich mich immer schon gefragt habe ist, wieso sich die GPU-Hersteller die bizarrsten und aufwändigsten Kühlkonstruktionen einfallen lassen, um sie dann unter den Karten zu verstecken. Andererseits verdanken wir diesem Umstand, dass wir, trotz der Extrawurst, die Apple beim Aufbau seiner Towers wieder gebraten hat, von vorne gesehen, Mainboard links und Zugangsklappe rechts, überhaupt Fremdhersteller-Grafikkarten verwenden können. Denn, wäre die Konstruktion, bei ansonsten gleichem Aufbau, gespiegelt, wäre es mit dem Einbau der Monster aus der PC-Welt Essig. Wie „viel“ Platz unter dem schnellsten PCIe-Slot in einem Mac ist, ist ja hinlänglich bekannt. Das reicht in manchen Fällen nicht einmal für eine Backplate!

Einzig in Macs also lässt sich die hohe Kunst der GPU-Kühlerbauer angemessen bewundern. Bis auf ein hässliches Manko eben: Die statusträchtigen Schriftzüge stehen sämtlich auf dem Kopf, da ja davon ausgegangen wird, dass der Kühler nach unten hängt. Was also könnte es Schöneres geben, als ein symmetrisch geformtes demontierbares Schild, das es möglich macht, diesen Mangel mit vertretbarem Aufwand auszumerzen? Das alleine war schon den Aufwand des Kühlerwechsels wert! An die Schmach der Vergangenheit erinnert nun nur noch die Beschriftung von PowerLink und SLI-Stopfen. Gottlob jeweils Schwarz auf Schwarz.

Auch eingebaut ergibt das Ganze eine gefällige und, dank PowerLink, sehr aufgeräumte Optik...

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...und auch die Beleuchtung dient nicht mehr ausschließlich der Betonung eines Defizits!

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Alles in Allem bin ich mit dem Umbau also sehr zufrieden. Vor allem, da der Grund dafür natürlich nicht dieses Schildchen an der Seite war. Sondern, der Umstand, dass diese Kühllösung so üppig dimensioniert während die Leistungsaufnahme der Karte im Alltagsbetrieb so gering ist, dass sie damit in 99% ihrer Betriebszeit das ist, was sie sein soll: Komplett lautlos!

Ein wenig hat mir bei der Demontage der Hybrid-Wasserkühlung dennoch das Herz geblutet, da das schon ein kleines technisches Meisterwerk ist. Die Geräuschkulisse in ansonsten ruhiger Umgebung indess war auf Dauer leider unerträglich. Wieso evga es nicht hinbekommen hat, die Pumpe, wie einen Lüfter, einfach lastabhängig zu regeln, wissen die Götter. So aber, mit ständig 100% und einem Sound, der das komplette restliche Betriebsgeräusch des Rechners bei weitem übertönt, ist das halt leider nix! Und ich kann jedem, der mit dem Gedanken spielt, sich eine 1080 von evga zuzulegen, nur raten, gleich die Luftgekühlte zu nehmen. Dann muss er nicht, wie ich, wenn er das Brummen leid ist, nochmal 80 Euro für eine Leiche drauflegen, nur um seine Ruhe zu haben.

Neben dem Umbau des Kühlers, war halt noch das Rom der Luftgekühlten auf die Karte zu flashen, damit die Lüftersteuerung wie vorgesehen funktioniert. Aber das ist ja kein Problem...wenn man Windows hat! Und damit ist das Kapitel „Grafik-Upgrade“ nun ein weiteres Mal „beendet“.



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Geändert von flyproductions (14.09.2020 um 17:49 Uhr).
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Alt 16.09.2020, 11:45   #75
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Zitat:
Zitat von flyproductions Beitrag anzeigen
Aber das ist ja kein Problem...wenn man Windows hat!
In dem Punkt leider etwas zu früh gefreut!

Beim Versuch, mit dem Mac Rom, also mit Bootscreen zu starten, kam nix! Ich hatte mir also wohl mit dem Flashen des Roms der Lufgekühlten Karte per nvFlash unter Windows mein auf dem Secondary Bios befindliches Mac Rom zerschossen! Nun, dass sich die Roms von MacVidcards nicht mit nvFlash flashen lassen, ist bekannt. Aber eigentlich war ich der Meinung (und so ist das an sich auch dokumentiert), dass nvFlash nur das aktuell benutzte Rom flashen kann. Also bin ich davon ausgegangen, dass das „Abgeschaltete“ sicher ist. Ganz offensichtlich war das aber wohl nicht der Fall. Man lernt eben nie aus!

Also nochmal alles aus und auseinandergebaut. Damit man mit einem SPI-Flasher an die Chips kommt, muss alles von der Karte runter! MVC-Rom mit dem Programmer wieder auf das Secondary geflasht, Kühler provisorisch montiert und getestet: Beide Roms funktionieren wieder!

Nun sollte die Karte aber dann wirklich fertig sein! Und die Kiste läuft wieder „Dead Silent“.



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Alt 21.09.2020, 01:45   #76
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...und hier dann mal noch ein paar aus dem MacRumors Forum geklaute Vergleichs-Benchmarks:
Unigine Heaven, windowed, 1600 x 900, Extreme, Direct X11 unter Windows.

Als erstes ein 2019er Pro 16-Kerner mit diversen Upgrades, BTO Preis laut Konfigurator: Knapp 18.000 Euro! ...ausgestattet mit der erst in der letzten Woche herausgekommenen nVIDIA RTX 3080, also dem ultimativ Schnellsten, was es momentan für Geld zu kaufen gibt.

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Ist natürlich nicht schlecht!

Dennoch finde ich, dass man auch mit dem, was eine Kiste raushaut, die (inzwischen dann doch!) knapp ein Zehntel gekostet hat, auch noch ganz gut arbeiten kann...

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...denn der 2019er Zwölfkerner, der „nur“ knapp zehn große Scheine gekostet hat, mit der 730 Euro BTO Grafik-Option Radeon Pro W5700x schaut schon in den Auspuff!

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Geändert von flyproductions (21.09.2020 um 02:56 Uhr).
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Alt 24.10.2020, 02:05   #77
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Da es bei der Modernisierung meines Arbeitsplatzes in der Zwischenzeit nicht nur in der Peripherie ein paar Updates gab, sondern auch der Rechner selbst noch etwas „Finetuning“ erfahren hat, nun auch hier nochmal ein bißchen weiter im Text.

Zuerst vielleicht das sicher nicht kosten-, dafür aber mit Abstand zeitintensivste Thema:
Die Geräuschentwicklung!

Im Grunde ein Luxusproblem, da der Classic Mac Pro ja von Hause aus ein eher leiser Vertreter ist. Aber, wie immer, wenn etwas „an sich gut“ ist, will man es halt möglichst perfekt haben. Und man stört sich an Kleinigkeiten. Auch habe ich ja schon einige in Aktivitäten in dieser Richtung dokumentiert, wie etwa die Schwingungsdämmung der Gehäusewand und den Umbau des GPU Kühlers. Bei anderen Maßnahmen war die Geräuschkomponente eher „Abfallprodukt“. So dreht sich inzwischen in meinem Pro keine konventionelle Festplatte mehr. Näheres dazu später.

Bleiben als „Lärm“quelle also lediglich die sechs über den Pro verteilten Lüfter. Zuleibe rücken kann man deren Geräuschentwicklung dann sowohl Hard- als auch Software-seitig. Einer Geräuschentwicklung, die sich, wie schon gesagt, in Grenzen hält, aber durchaus eine Komponente hat, die einem in ruhger Umgebung mit der Zeit erheblich auf die Nerven gehen Kann: Ein leicht an und abschwellendes Brummen/Dröhnen auf einer recht penetranten Frequenz. Da ich das zunächst beim Exhaust-Lüfter verortet habe und die Ursache dort speziell beim lager vermutete, bezog sich die erste Maßnahme auf die…


Hardware

Inspiriert durch ein Youtube-Video, das ich leider nicht mehr finde, war der Plan also eine Optimierung im Bereich Lager der Hauptlüfter. Im Gegensatz zu der im Video propagierten Vorgehensweise schwebte mir allerdings von Anfang an eher ein Austausch als ein Reinigen und „Nachschmieren“ der Lager vor. Erstens handelt es sich bei den Lagern um beidseitig abgedichtete Exemplare, bei denen man weder vernünftig Dreck raus, noch Schmiermittel rein bekommt. Und zweitens sollten solche Minidinger, sofern es sich um Standardabmessungen handelt, ja wirklich nicht die Welt kosten.

Da ich aber nicht gleich meinem Rechner an die Innereien wollte war der erste Schritt eine ebay-Suche nach einem gebrauchten 5,1 Exhaust Lüfter. Und da war mir wirklich das Glück hold: Für ganze 20 Euro konnte ich beinahe augenblicklich ein Exemplar erbeuten…

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…, das sich vor Ort dann als mit einiger Sicherheit neu entpuppte. Die Lager liefen seidenweich. Dennoch machte ich mich ans Zerlegen. Sollte ja in erster Linie ein Übungsobjekt sein. Auch von innen präsentierte sich die ebay-Beute absolut wie aus dem Ei gepellt.

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Unten im Bild: Die Lager und die Feder, die das äußere Lager axial auf Spannung hält. Auf der Welle gehalten werden sie mit einem winzigen Sprengring, auf den man sehr gut aufpassen sollte. Ansonsten war das Kritischste beim Zerlegen, den eigentlichen Lüfter von den Entkoppelungsstopfen zu bekommen, die ihn in dem Rahmen mit dem Gitter halten. Da muss man sehr aufpassen, dass man keinen davon zerstört. Der Lüfter selbst ist übrigens mit dem Vorderen identisch. Es unterscheiden sich nur die Rahmen. Ein gebrauchter „Intake“ kann also problemlos auch als „Exhaust“ verwendet werden und umgekehrt.

Nun, da die Lager freigelegt waren, galt es also, zu vermessen und eine Bezugsquelle für Ersatz zu finden. Auch das war kein Problem. Mit innen 3, außen 8 und 4mm Breite hatten die Lagerchen ein gängiges Maß. Bestellt habe ich dann bei einem Kugellager-Händler, bei dem ich schonmal für’s Fahrrad geordert hatte. Beidseitig mit Kunststoffdichtung und sogar aus Edelstahl. Kostenpunkt: Um die 2,50 € pro Lager. Zum Vergleich links daneben nochmal das Original.

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So weit, so gut! Leider war das, was danach kam, dann eher enttäuschend. Nach dem Einbau zeigte sich - zusätzlich zu dem weiterhin vorhandenen Störgeräusch - ein deutlich hörbares Lagerrauschen, an dem auch mehrtägiges „Einlaufen“ mit wechselnden Drehzahlen nichts ändern konnte. Eine etwas sorgfältigere Inaugenscheinnahme nach erneutem Ausbau brachte dann zutage, dass die neuen Lager nicht nur deutlich rauher liefen, sondern auch erkennbar mehr Spiel hatten als die „Alten“ von Apple. Nicht nur die Lager aus dem mutmaßlich neuen Lüfter sondern selbst die ebenfalls Ausgetauschten aus dem Lüfter (unbekannter Laufzeit) aus meinem Rechner waren besser als das, was ich da geliefert bekommen hatte. Gottseidank war es ja zumindest von den Materialkosten her kein allzugroßer Verlust. Aber ärgerlich war das Ganze allemal.

Um die Bastelaktion nicht komplett zu Aktionismus verkommen zu lassen, habe ich dann doch noch etwas frisches Öl durch die Dichtscheiben in die alten Lager sickern lassen. Besser wäre es hier wohl, sie eine Weile in flüssig gemachtes Wälzlagerfett zu legen. Aber das war mir dann einfach zu viel Akt und sie liefen ja noch rund. Ansonsten war ich nun so weit wie zuvor. Aber es gab ja noch eine weitere Möglichkeit, Einfluss auf das Laufverhalten der Lüfter zu nehmen:


Software

Um es vorwegzunehmen: Damit ließ sich das Problem letztlich zur Zufriedenheit lösen!

An Varianten und Kandidaten gibt es da ja einiges. Am bekanntesten wohl „Quasi-Platzhirsch“ Macs Fan Control von CrystallDEA. Das war auch meine erste Wahl, die zu einem überraschenden Teilerfolg führte: Es zeigte sich, dass das lästige Brummen weg war, sobald ich die Drehzahl für den Exhaust-Lüfter um 50 Umdrehungen erhöhte. Das heißt, der Rechner wurde leiser, wenn der Lüfter schneller drehte! Gerne hätte ich die Gegenprobe mit niedrigerer Drehzahl gemacht. Das allerdings geht mit Macs Fan Control nicht. Die Drehzahlen lassen sich nicht unter die von Apple vorgegebenen Minima absenken. Und das ist leider nicht der einzige Nachteil dieses Tools. Wesentlich schwerer wiegt, dass es nur eine Entweder-Oder-Wahl zwischen fest eingestellter Drehzahl oder automatischer Steuerung zulässt. Stellt man also einen fixen Wert ein, so dreht der entsprechende Lüfter auch bei höherer Temperatur am steuernden Sensor nicht mehr hoch. Nicht wirklich alltagstauglich!

Eine Lösung zumindest für das Problem mit den Drehzahl-Untergrenzen bot dann eine andere App: Hendrik Holtmanns smcFanControl. Zwar nicht über das graphische Interface, dass relativ grottig ist und letztlich weniger Möglichkeiten bietet als Macs Fan Control. Aber per Terminalbefehl lassen sich die Drehzahlen auf das absolut niedrigste absenken, was Apple erlaubt. Das sind für die großen Gehäuselüfter beispielsweise 300 statt 600 Umdrehungen. Der Haken: Änderungen bleiben jeweils nur bis zum nächsten Neustart wirksam. Das ist natürlich auch nicht optimal.

Die Erleuchtung in Sachen Lüftersteuerung - inklusive Problemlösung - hat dann ein fünf Jahre alter Thread auf MacRumors gebracht! Dort fand ich zunächst die tatsächliche Ursache meines „Brummens“ beschrieben. Dort fand ich einen Bug beschrieben, der ebenfalls Einfuss auf die Lüfter hat. Und dort fand ich die meiner Ansicht nach letztlich optimale Software: Eine für den Mac Pro leicht umgestrickte Version des ursprünglich wohl gegen die Überhitzung von Notebooks entwickelten Control Panels Fan Control.

Also der Reihe nach:

Das Brummen, dessen Beseitigung der eigentliche Zweck meiner gesamten Bemühungen war, entsteht dann, wenn Intake- und Exhaust-Lüfter mit der genau gleichen Drehzahl laufen. Es entsteht dadurch wohl eine Resonanz, die dieses nicht wirklich laute aber, zumindest für mein Empfinden, sehr störende Geräusch verursacht. Sobald es einen Drehzahlunterschied von 50 oder mehr Umdrehungen gibt, ist das Geräusch weg! Im Prinzip war mir das ja beim Herumspielen mit Macs Fan Control schon aufgefallen. Ich wäre aber nicht darauf gekommen, dass das eigentliche Problem nicht irgendeine Drehzahl eines, sondern die gleiche Drehzahl beider Lüfter ist. Leider ist das von Apple aber genau so eingestellt: Idle drehen beide Lüfter mit 600 Umdrehungen. Und „Idle“ ist beim Pro nun mal fast die ganze Zeit.

Der Bug besteht darin, dass nach einem Neustart die Lüfter von Netzteil und Erweiterungskarten-Schacht zunächst einmal zu hoch drehen. Der Netzteil-Lüfter läuft mit 800 und der des PCIe-Departements gar mit 1.100 Touren. Erst nachdem einmal kurz 3D-Last auf die Grafikkarte gekommen ist, fallen die beiden Lüfter auf ihre Minimaldrehzahlen von 600 respektive 800 Umdrehungen ab. Macht nicht viel aus, aber man hört es. Also nach einem Neustart einmal kurz z.B. einen der Unigine-Benchmarks starten. Dann hat man Ruhe bis zum nächsten Neustart.

Die Software „Fan Control“ liegt im Thread in verschiedenen Versionen zum Download. Die neueste ist v2-0b14. Die empfehle ich allerdings nicht. Zwar bietet die auch Einstellmöglichkeiten für den Netzteil- und den PCIe-Lüfter. „Prima!“…sollte man meinen. Nur leider kann sie gegen den beschriebenen Bug eben nichts ausrichten. Und die sonstige Wirkung ist hier eher fragwürdig. Während ich an der automatischen Steuerung dieser Lüfter, von dem Bug abgesehen, absolut nichts auszusetzen habe, kam es mit dieser Version des Kontrollfelds bei mir häufig zu völlig unmotiviertem Hochdrehen des PCIe-Lüfters. Wäre vielleicht durch optimierte Einstellungen zu verhindern gewesen. Aber ich sehe hier absolut keine Notwendigkeit für manuelle Eingriffe. Meine Empfehlung ist deshalb die Benutzung der letzten Version ohen diese Einstellmöglichkeit, v2-0b11. Hier sind alle notwendigen Möglichkeiten, vor allem für die unabhängige Einstellung von Intake und Exhaust auch unterhalb der von Apple vorgesehenen Minimaldrehzahlen, vorhanden und es findet keine Störung der Lüfter in den oberen Etagen statt. Außerdem werden dort, wo bei b14 die Einstellfelder für die oberen Lüfter sind, ein paar durchaus wichtige Werte, Temperaturen und Drehzahlen, angezeigt, was einem unter Umständen die Installation entsprechender Monitoring-Tools wie iStat etc. erspart.

Gegenüber Macs Fan Control hat dieses Kontrollfeld zwei entscheidende Vorteile: Erstens, dass es eben ein Kontrollfeld ist! Das heißt, die getroffenen Einstellungen werden bei jedem Neustart automatisch geladen. Gut, das könnte man mit Macs Fan Control auch erreichen, indem man in den Einstellungen die Autoboot-Option aktiviert. Aber es ist eben nicht so elegant, weil ein Programm gestartet werden muss. Wesentlich schwerer aber wiegt der Zweite: Während man sich bei Macs Fan Control zwischen „automatisch“ und „fest eingestellt“ entscheiden muss, sind die in dem Kontrollfeld Fan Control eingestellten Werte Minimalwerte. Das heißt, die automatische, lastabhängige Steuerung bleibt in vollem Umfang erhalten!

Der Rest ist dann Probieren und Experimentieren, um das Optimum zwischen Laufruhe und ausreichender Kühlung herauszufinden. Benchmark für mich war dabei immer die Temperatur der Northbridge an der Diode, die ich versuche, um oder unter 70ºC zu halten. Mein aktuelles SetUp sieht so aus:

Click the image to open in full size.

Das hervorstechendste gegenüber den Apple-Einstellungen ist, dass ich eine deutliche Verschiebung zwischen den Booster-Fans, also den kleinen Lüftern direkt in den CPU-Kühlkörpern, und den großen Gehäuselüftern vorgenommen habe. Während die großen Lüfter nun deutlich unterhalb der Spezifikation und - aus den beschriebenen Gründen - mit ebenso deutlich unterschiedlichen Drehzahlen laufen, laufen die Kleinen, mit 1.800 Umdrehungen, deutlich schneller! Standard sind hier 1.200. Der Vorteil: Während man bei den Gehäuselüftern bereits einen Unterschied von 100 Umdrehungen deutlich wahrnimmt, konnte ich bei den Booster-Fans selbst bei dieser um 600 Umdrehungen angehobenen Drehzahl keinen Unterschied zum ursprünglichen Wert hören. Und die Kühlwirkung ist, wie man an den absolut im gesunden Bereich liegenden Werten sieht, in etwa die Gleiche wie zuvor wenn nicht gar besser. Aber hier muss wohl jeder sein individuelles SetUp finden. Und natürlich ist es dringend anzuraten, die Werte bei Änderungen der Umgebungstemperatur entsprechend anzupassen. Allerdings kann man das hier sehr flexibel und schnell mit direkter Erfogskontrolle tun.

Eine Einschränkung ist noch anzumerken: Die Untergrenze für die Drehzahl der großen Lüfter setzt der Exhaust! Also nicht wundern, dass sich der Intake nicht niedriger einstellen lässt. Wobei das ja insofern nicht weiter schlimm ist, da es ja sowieso hauptsächlich darauf ankommt, dass sie eben nicht gleich schnell laufen.

Ansonsten gibt es eben auch noch individuelle Möglichkeiten, mit dem Netzteil-PCIe-Bug umzugehen. Ich glaube, in den MR-Thread gibt es sogar ein Script, das man in den Autostart legen kann, und das dann nach jedem Booten CUDA-Z im Heavy Load Test Mode startet und gleich wieder schließt. Das funktioniert aber natürlich nur mit nVIDIA Karten. Ich für meinen Teil haben dann doch noch Macs Fan Control mit Autostart eingerichtet, und die Werte dort fix auf die jeweiligen Minimaldrehzahlen gesetzt, weil ich zu faul bin nach jedem Neustart erstmal ein Programm zu starten und wieder zu schließen. Das sollte man aber nur machen, wenn man nicht ständig unter hoher Last arbeitet.


Fazit

Wie die Länge des Postings vielleicht ahnen lässt, war die „Geräusch-Optimierung“ meines Pro keine ganz leichte Geburt. Mit dem Ergebnis bin ich jetzt aber sehr zufrieden. Der Rechner ist im Rahmen des Möglichen nahezu unhörbar und entspanntes Arbeiten auch in ansonsten völlig stiller Umgebung möglich. Und da bin ich im Laufe der Jahre wirklich empfindlich geworden. Den G5 Quad jedenfalls würde ich heute wohl keine 10 Minuten mehr ertragen.



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Geändert von flyproductions (24.10.2020 um 02:08 Uhr).
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Alt 24.10.2020, 20:11   #78
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Ach so, noch ein kleiner Nachtrag zu dem empfohlenen Kontrollfeld „Fan Control“:

Nachdem man das installiert hat, drehen erst einmal alle Lüfter auf volle Drehzahl auf. Das ist normal!

Man muss dann einfach nur in die Einstellungsfelder für die Drehzahlen (die zunächst alle auf Null stehen) Werte eingeben. Danach sollten sich die Lüfter umgehend beruhigen.


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Alt 30.10.2020, 00:59   #79
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Zitat:
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Ich glaube, in den MR-Thread gibt es sogar ein Script, das man in den Autostart legen kann, und das dann nach jedem Booten CUDA-Z im Heavy Load Test Mode startet und gleich wieder schließt.
Da ich nun doch auch bei den Lüftern des Netzteils und der Erweiterungskarten-Abteilung auf Dauer nicht auf die automatische Steuerung verzichten wollte, besagtes Script aber auf Mac Rumors nicht mehr finden konnte, habe ich mich einfach mal selbst mit AppleScript an die Arbeit gemacht. Hier also das hochkomplexe Ergebnis:
tell application "CUDA-Z"
activate
delay 10
quit application "CUDA-Z"
end tell
Funktioniert, wie gesagt, so nur für nVIDIA Karten und man muss natürlich Cuda-Z installiert haben. Mit anderen Apps, die sofort nach dem Starten 3D-Load auslösen, sollte es auch für alle Karten funktionieren. Z.B. mit LuxMark. Das muss man aber wohl etwas länger offen lassen, also den Wert bei „delay“ etwas erhöhen.

Dann in ein neues Script Editor Dokument kopieren, als Programm/App sichern, zu den Login-Items hinzufügen, fertig!


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